Sächsische Wohnungswirtschaft stellt Forderungen an CDU und SPD

Die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Sachsen ist ein wichtiger Wirtschaftzweig. Der Wohnungsbau sowie Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen geben wichtige Impulse für die Bauwirtschaft.

Deshalb benötigt die Branche in Zukunft langfristig geltende, verlässliche Rahmenbedingungen, um auch zukünftig ein qualitativ hochwertiges und quantitativ ausreichendes Wohnungsangebot in Sachsen zu gewährleisten. Der Arbeitskreis Sächsische Wohnungswirtschaft

- Haus & Grund Sachsen e.V.
- Verband der Immobilienverwalter Sachsen e.V.
- Ring Deutscher Makler Landesverband Sachsen
- Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V.
- Verband Sächsischer Wohnungsunternehmen e.V. /vdw Sachsen
- Immobilienverband Deutschland e.V.
- BFW Landesverband Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

der die komplette Anbieterseite auf dem sächsischen Wohnungs- und Immobilienmarkt repräsentiert, fordert deshalb:

Stadtentwicklung als Zentrale Aufgabe
Die nachhaltige Sicherung unserer Städte als funktionsfähige und attraktive Wirtschafts- und Wohnstandorte ist eine wichtige Zukunftsaufgabe. Stadtumbau/Stadtentwicklung als zentrale Herausforderungen erfordern, dass das Programm Soziale Stadt und speziell das Programm Stadtumbau Ost, fortgeführt und weiterentwickelt werden. Neben der Anpassung der Wohnungsbestände an den vielerorts sinkenden Bedarf sind neue Akzente für die Aufwertung insbesondere der Wohngebäude erforderlich, die auf Dauer den Charakter einer Stadt prägen.

Integration der Wohnimmobilie in die Altersvorsorge
Der Arbeitskreis Sächsische Wohnungswirtschaft fordert die volle und gleichberechtigte Einbeziehung der selbst genutzten und vermieteten Wohnimmobilie sowie des genossenschaftlichen Wohnens in die staatlich geförderte Altersvorsorge. Entscheidend ist dabei, dass eine echte Wahlfreiheit zwischen den verschiedenen Anlageformen zugelassen und damit dem Gebot der Konsumentensouveränität entsprochen wird.

Antidiskriminierungsgesetz
Die immobilienwirtschaftlichen Spitzenverbände erwarten, dass die neue Bundesregierung die Antidiskriminierungsrichtlinien der EU sachgerecht umsetzt und keine zusätzlichen Diskriminierungstatbestände oder weitere Regulierungen in das Gesetz aufnimmt. Dabei muss sichergestellt werden, dass im Antidiskriminierungsgesetz die gezielte Auswahl von Mietbewerbern zur Sicherung sozial stabiler Nachbarschaften und gemischter Belegungsstrukturen vom Generalverdacht einer Diskriminierung ausgenommen wird.

Reform der Grund- und Grunderwerbsteuer
Bereits seit vielen Jahren wird eine Reform der Grundstuer erwartet. Sie muss mindestens aufkommensneutral ausfallen. Die Bemessungsgrundlage darf keine höhere Belastung für die selbst nutzenden Immobilieneigentümer, Vermieter und Mieter zur Folge haben. Die Anerkennung als Betriebskosten ist weiterhin zu gewährleisten. In Wohnungsmärkten mit strukturellem Leerstand sollte auf die Erhebung der Grundsteuer vollständig verzichtet werden.

Ökologisch sinnvolle und ökonomisch machbare Energiepolitik
Die Immobileinwirtschaft unterstützt nachdrücklich die Ziele der Gesamtenergieeffizienzsteigerung und des Klimaschutzes. Sie hat in der Vergangenheit insbesondere durch energetische Modernisierung der Wohnungsbestände einen großen Beitrag vor allem zur Verminderung des CO2-Ausstoßes im Sektor Haushalte geleistet. Sie wird sich für diese Zeile auch künftig stark engagieren und fordert die neue Bundesregierung auf, keine überzogenen und für die Wohnungswirtschaft unbezahlbaren Regelungen zu verabschieden. Insgesamt muss das, was ökologisch gewollt ist, stets auch ökonomisch machbar sein.

Bezüglich der anstehenden nationalen Umsetzung der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden mahnt die Wohnungswirtschaft pragmatische und praxisgerechte Lösungen an. Dies betrifft insbesondere den im Gebäudebestand einzuführenden Energieausweis.

Das umweltpolitische Ziel einer Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebestand wird nur über öffentliche Anreize zur Aktivierung privaten Kapitals erfolgreich verfolgt werden können. Letztlich sollte über die Schaffung eines funktionsfähigen Wettbewerbs für die verschiedenen Energieträger (insbesondere Strom und Gas) Energiepreissteigerungen vorgebeugt werden, die sich aus marktbeherrschenden Positionen der Anbieter ergeben.

Deregulierung und Liberalisierung des Wohnungsmarktes
Der Wohnungsmarkt gehört derzeit zu den am stärksten regulierten Märkten in Deutschland. Daher muss ein Ziel künftiger Politik der Abbau bestehender Regulierungen und bürokratischer verfahren sein, um das wohnungswirtschaftliche Handeln von unnötigen Hemmnissen und das Wohnungsangebot von überzogenen staatlichen Restriktionen zu befreien.

Arbeitskreis Sächsische Wohnungswirtschaft/
Dr. Thomas Ungethüm
Präsident
Haus & Grund Sachsen

« zurück