Landesweite Proteste gegen Chemnitzer Kahlschlag

Wie die Chemnitzer Morgenpost schreibt ist Chemnitz auf dem Weg zu trauriger Berühmtheit: ?Weil viele historische Gebäude der Abrissbirne zum Opfer fallen, wird unsere Stadt zum überregionalen Negativbeispiel, wenn es um den missglückten Stadtumbau Ost geht.?

?Deutschland verliert sein architektonisches Gedächtnis? titelte vergangene Woche ?Die Welt? und berichtete, dass ?... die städtische Wohnungsgesellschaft GGG schon mehrere intakte Gründerzeitquartiere durch Abriss einzelner Gebäude aufgebrochen und einen Exodus der Bewohner ausgelöst hat ...?.

Das Deutschlandradio berichtet von der ?Abrissbirne in Chemnitz? und dem bisher ungehörten Protest des Stadtforums, in dem sich engagierte Bürger, Architekten und Prominente wie Formgestalter Prof. Clauss Dietel zusammengefunden haben.

Auch Lesern der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde ?das Zerfleddern gewachsener Quartiere ... (und der) Teufelskreislauf von weiterer Abwanderung, rapidem Verfall und neuen Abrissen? am Beispiel von Chemnitz vor Augen geführt.

Der jüngste Abbruch von Gründerzeithäusern auf dem Sonnenberg erschüttert auch die Leipziger Abgeordnete des Europaparlamentes, Gisela Kallenbach (64). Sie wandte sich gegen ?die Zerstörung des baukulturellen Erbes? mit der Bitte an Ministerpräsident Stanislaw Tillich (49, CDU) und Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (46, SPD) den Abriss in Chemnitz zu verhindern. OB Barbara Ludwig sagte gestern: ?Die Entscheidung zwischen Sanierung und Abriss verlangt immer die Abwägung ... zwischen dem, was wünschenswert ist, und dem, was nach einer Sanierung auch Nutzer und Mieter findet.?

Die Negativberichte über Chemnitz findet die Oberbürgermeisterin ?mehr als bedauerlich?, da die Stadt ?keine Chance? bekommen habe, ?über die Probleme und überhaupt zu sprechen?, schreibt die Chemnitzer Morgenpost.

Frau Ludwig sollte als Oberbürgermeisterin von ihrer Richtungskompetenz gebrauch machen, Leute fragen, die etwas vom Stadtumbau verstehen und sich endlich von völlig inkompetenten Mitarbeitern verabschieden bevor die Stadt völlig zerstört ist.

Red.

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