Chemnitz: Stadt der Moderne verwildert!

?Stadt der Moderne,? dies möchte Chemnitz gern sein, doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Ein konzeptionsloser Stadtumbau lässt immer mehr Brachflächen entstehen und die von der Baubürgermeisterin Wesseler versprochenen bunten Gärten, sogar mit Palmen, bleiben Hirngespinste. Statt dessen mit grünem Maschendrahtzaun eingezäunte Brachen der GGG auf denen das Gras wuchert.
Noch im vergangenen Jahr titelte die Regionalzeitung ?Chemnitz verwildert? und machte auf die untragbare Situation der wuchernden Grünflächen aufmerksam.
Jetzt gibt es ein neues Geheimpapier, welches der Presse zugespielt wurde und ein düsteres Bild zeichnet.

Eigentlich ist der Marktsteig in Bernsdorf ein beliebter Fußweg. Die Verbindung zwischen Eislebener Straße und Nelkentor wird von Spaziergängern genutzt - und sogar von Wanderern. Doch zurzeit gibt es auf dem Marktsteig kaum noch ein Durchkommen "Der Weg ist fast völlig zugewachsen, niemand scheint sich dort zu kümmern", schimpft Christiane Königsmann gegenüber der "Freie Presse".
Der Marktsteig ist kein Einzelfall. Das geheime Rathaus-Gutachten listet den desolaten Zustand der Grünanlagen in Chemnitz auf. Demnach stelle die Stadt viel zu wenig Geld zur Verfügung, um den Anforderungen gerecht zu werden. Die Folgen sind tagtäglich im Stadtbild zu beobachten. "Nicht einmal mehr die Hälfte aller Pflegeflächen in Chemnitz wird in einer vertretbaren gärtnerischen Pflege betreut", heißt es in dem Papier. Um die Situation kurzfristig zu verbessern, schlagen die Macher der Studie drastische Maßnahmen vor: den generellen Verzicht auf Blumenbeete, das Entfernen von Parkbänken, die Schließung von Spielplätzen oder die Demontage von Spielgeräten.
Den Stadträten ist bisher das Gutachten vorenthalten worden. Offenbar wäre der politische Zündstoff zu groß, raunt ein Rat hinter vorgehaltener Hand. OB Barbara Ludwig ließ ihrer Baubürgermeisterin Petra Wesseler zuletzt sogar über die "Freie Presse" ausrichten, sie möge das Konzept endlich vorlegen. Die so gescholtene Dezernentin bekannte ihrerseits, das Konzept läge längst vor. Nur, wo es sich befindet, verriet sie nicht.

Unhaltbare Zustände in Chemnitz, der ?Stadt der Moderne?, wo man hinsieht Verwilderung und nun gar der generelle Verzicht auf Blumenbeete, das Entfernen von Parkbänken, die Schließung von Spielplätzen oder die Demontage von Spielgeräten kann nicht der richtige Weg sein dem eigenen Anspruch zu genügen.
Gar nicht vorstellbar wie schön Chemnitz sein könnte, wenn das in diversen Bauvorhaben wie dem Überflieger versickerte Geld in die Grünanlagen geflossen wäre!

Th. Ungethüm


« zurück