Vertrauensvolles Gespräch des Landesverbandes Haus & Grund Sachsen bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB)

Einleitend erläuterte Dr. Ungethüm die Position des Verbandes. ?Die Frage, wie wir unsere Mitglieder vor den Auswirkungen des Stadtumbaus schützen können, - Bsp. Körnerstraße Chemnitz - , nimmt mittlerweile den gleichen Stellenwert ein, wie die Herausforderungen zur Erhöhung der Handlungsfähigkeit privater Eigentümer. Stadtumbau Ost erfährt deshalb in seiner derzeitigen Form keine Unterstützung durch Haus & Grund. Wenn sich das ändern soll, müssen die bestehenden Fehlanreize abgeschafft werden.?

Der Chef der Aufbaubank vertrat die Auffassung, dass es angesichts der demographischen Entwicklung in Sachsen und dem damit verbundenen Überangebot von Wohnraum nur noch um eine ?Verteilung von Verlusten? am Wohnungsmarkt geht. Anhand von eigenen statistischen Erhebungen bestätigte er den Spitzenplatz Sachsens bei den Zwangsversteigerungen.

Übereinstimmung wurde darüber erzielt, dass sich künftiger Stadtumbau wegen seiner Folgekosten am Rückbau der leitungsgebundenen Infrastrukturen orientieren muss. (Wie gewachsen, so sollen urbane Strukturen umgekehrt zurückgebaut werden, also von außen nach innen.)
Der Einsicht von Herrn Weber SAB, dass künftiger Stadtumbau ?einen neuen Mix in der Akteursstruktur braucht,? konnten wir nur zustimmen und forderten, dass Haus & Grund endlich als ?Träger öffentlicher Belange? bei der Erarbeitung kommunaler Konzepte verbindlich einbezogen wird. ?Ohne die Privaten kann Stadtumbau nicht funktionieren,? stellte der Präsident des Landesverbandes fest. Diese Auffassung wird durch die SAB geteilt, da die ?erste Runde des Stadtumbaus? fast völlig in den Beständen der kommunalen ? und genossenschaftlichen Unternehmen erfolgte.
Dr. Ungethüm wies darauf hin, dass unsere privaten Vermieter bei Leerstand einer Wohnung diese nicht aus ihrem Haus herausschneiden können und sie, im Gegensatz zur unternehmerischen Wohnungswirtschaft, die ihren Leerstand und damit ihre Kosten, durch Rückbau ganzer Häuser senken kann, bisher nicht entlastet wurden. Zudem haben Private meist eine hohe emotionale Bindung an ihr Eigentum, welches ererbt bzw. unter allen Entbehrungen erworben und ausgebaut wurde. Das ist mit der gewerblichen Wohnungswirtschaft nicht vergleichbar, für die das Haus oder die Wohnung lediglich ein Wirtschaftgut darstellt.

Einig war man sich auch in der Auffassung, dass die Wiederbelebung der Investitionszulage den Investoren in den Innenstädten helfen könne. Eine gänzlich andere Auffassung hatte Haus & Grund zur geplanten Neueinstufung von Baudenkmälern in Sachsen. Hier sollte nicht leichtfertig, um den Abriss zu erleichtern, mit dem kulturellen Erbe umgegangen werden.
Angemahnt haben wir flankierende Konzepte des Interessenausgleichs zur Einbeziehung Privater beim flächigen Rückbau. Herr Weber von der SAB versprach hier Unterstützung, obwohl die Städte schon jetzt über entsprechende Instrumentarien, wie Flächentausch und Grundstückstausch verfügen. Angemahnt wurden auch Ausgleichslösungen (Wertverlust durch Rückbaufolge), wenn in der Blockbebauung abgebrochen wird und nun der nackte Giebel des sanierten Privathauses ungeschützt bleiben soll. Gegenstand des Gespräches war auch die Fehlinvestitionen in Wasser -Abwasseranlagen vergangener Jahre, die über das Kommunalabgabengesetz die Bürger belasten und die Wohnnebenkosten weiter treiben.

Mit der SAB führen die kommunalen ? und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen regelmäßige Gespräche durch, das soll künftig auch mit den Vertretern von Haus & Grund erfolgen.

Th. Ungethüm
Haus & Grund Sachsen

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