Kehrtwende beim Stadtumbau - jetzt!

Die sächsische Eigentümerschutzgemeinschaft Haus & Grund Sachsen e. V. fordert die Umschreibung des Bund-Länder-Programms Stadtumbau Ost zu Gunsten privater Eigentümer in den Innenstädten. Die bisherigen Maßnahmen durch Rückbau und Aufwertung in den städtischen Plattenbaugebieten am Rande der Stadt sind finanz- und ordnungspolitisch gescheitert. ?Wir fordern einen Stopp der milliardenschweren Förderpolitik für kommunale Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften.?, so Verbandspräsident Dr. Thomas Ungethüm vor der ersten Stadtumbaukonferenz am 20. November 2006 im sächsischen Innenministerium.

Die derzeitige Förderpolitik entspricht dem Gegenteil einer nachhaltigen Entwicklung. Aufwertung wird dort betrieben, wo schon jetzt ein Sinken der Nachfrage und Bevölkerungsverluste zu erkennen sind. Vielmehr müssen die privaten Eigentümer in den Innenstädten die Begünstigten des Stadtumbaus sein. Das zeigen auch Untersuchungen des Bundesverbandes für Wohneigentum und Stadtentwicklung e. V. (vhw) zur Nachfrageentwicklung in Plattenbaugebieten. Somit gehen durchschnittlich 43 Prozent aller Wohnungsumzüge in den sanierten Altbaubestand der Innenstädte. Auch die Wohnzufriedenheit ist dort mehr als doppelt so hoch, wie in unsanierten Plattenbaubeständen und rund 20 Prozent höher, als in sanierten Plattenbauten.

Haus & Grund Sachsen e. V. fordert im Einzelnen:

  1. Stopp von Rückbau und Aufwertung in Plattenbaugebieten mit öffentlichen Fördergeldern

  1. Keine weitere Bevorzugung kommunaler Wohnungsunternehmen und Genossenschaften bei der Vergabe von Fördermitteln, auch beim Umzugsmanagement und der Ersatzwohnraumbeschaffung

  1. Schrumpfungsprozesse müssen tatsächlich von außen nach innen verlaufen

  1. Private Eigentümer müssen maßgeblicher Partner beim Stadtumbau sein

  1. Aufwertung vor Rückbau

  1. Entwicklung von Maßnahmen der Leerstandsbewältigung im ländlichen Raum

  1. Kein Ansteigen der kommunalen Gebühren und Abgaben als Folge des Bevölkerungsverlustes

Ungethüm warnt weiterhin vor einer rückwärtsgewandten Stadtentwicklungspolitik. Denn aktuelle Zahlen des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) belegen, dass 59 Prozent aller Stadtumbau-Kommunen private Eigentümer auch zukünftig beim Stadtumbau ausschließen wollen. Dabei tragen die privaten Eigentümer mittlerweile mit einem überproportionalen Anteil die Hauptlast des Leerstandes. Ein gesellschaftlicher Interessenausgleich zu Gunsten privater Anbieter ist deshalb dringend erforderlich.


Dr. Thomas Ungethüm
Präsident
Haus & Grund Sachsen

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